Europawahl: Die Stimmanteile der europakritischen Parteien nehmen zu

Vom 23. bis 26. Mai 2019 stehen die nächsten Wahlen zum Europaparlament an. Viele Stimmen sprechen von einer Schicksalswahl, denn der Stimmenanteil der europakritischen Parteien wird nach heutigem Stand weiter zunehmen. Es ist nicht mehr realitätsfern, sich über den Zerfall der EU zu sorgen. Euro-Krise, Flüchtlingsfrage, Brexit oder der anhaltende Zulauf für antieuropäische Gruppierungen sind beispielhaft Themen, die Europa bis heute mehr spalten als einen.

Eine bedenkliche Entwicklung, denn das Wohlergehen Europas geht uns alle an. Besonders auch die Unternehmen in unserer MEO-Region, wie die Export-Zahlen verdeutlichen:
So gehen rund 60 Prozent aller Ausfuhren mit einem Warenwert von ca. 10 Milliarden Euro zu unseren EU-Nachbarn. Diese werden von mehr als 2.200 Unternehmen aus Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen geliefert – größtenteils kleine und mittelständische Unternehmen.

Stabilität enorm wichtig für die MEO-Region

Stabile Verhältnisse und ein starkes Europa sind somit von essenzieller Bedeutung für die MEO-Wirtschaft. Deshalb ist die Zukunft Europas bereits seit 2018 ein Themenschwerpunkt unserer IHK-Arbeit. Das Ziel: Unternehmer und Unternehmerinnen über verschiedene Formate aktiv in die Diskussionen um die Zukunft Europas einzubinden. Der Start ist mit Veranstaltungen für die
Wirtschaft – u. a. ein Dialogforum mit hochrangigen Vertretern Europas – sowie Beteiligung des IHK-Ehrenamtes bei der Formulierung der Europapolitischen Positionen der IHK-Organisation
geglückt. Darüber hinaus kommen Unternehmerinnen und Unternehmer der MEO-Region regelmäßig in der IHK-Interviewserie „Flagge zeigen für Europa“ mit Lob und Kritik an der EU zu Wort.

Besonderer Akzent in der meo 05/2019

Die bevorstehende Europawahl ist für uns Anlass genug, in dieser meo-Ausgabe einen besonderen Akzent auf Europa zu setzen (S. 28 – 31). Ein deutlicher Mutmacher für alle EU-Befürworter sind die Ergebnisse des IHK-Unternehmensbarometer vom März 2019. Trotz punktueller Kritik hat eine überwältigende Mehrheit der 1.800 teilnehmenden Unternehmensvertreterinnen und – vertreter eine äußerst positive Meinung zur EU. Pro-Europäer sollten sich dadurch ermutigt fühlen, diese Meinung nun auch öffentlich zu äußern und die Vorteile, Errungenschaften und Werte der EU zu betonen. Zehn gute Gründe für Europa haben wir unter dem Titel „EU – wozu?“ zusammengefasst – ebenso ein „best of“ unserer Interviewserie.

Gerade in Zeiten eines wachsen den Anti-EU-Populismus ist es aber ebenso wichtig, konstruktive Kritiker nicht zu ignorieren, sondern sie mit einzubinden – denn perfekt ist die EU nicht. Europa liegt uns sehr am Herzen, weil das europäische Nachkriegsprojekt – wie kein zweites – für das beste Beispiel völkerübergreifender Zusammenarbeit steht – für Frieden, Wohlstand und Freiheit. Wir alle können einen kleinen Beitrag leisten, dass dies so bleibt und Europa gemeinsam gestalten. Zeigen Sie mit uns Flagge für Europa: bei der Wahl am 26. Mai und darüber hinaus.