Ob Hund, Katze, Meerschwein oder Vogel: Haustiere sind für den Menschen loyale Begleiter, die in den vergangenen Jahren zum Familienmitglied avancierten. Als solches wird es auch gleichrangig behandelt und die Besitzer lassen sich Pflege und Fürsorge, die längst über das Füttern hinausgehen, oft einiges kosten.

Die Haustierbranche freut‘s: Laut statista gaben die Deutschen im Jahr 2017 ungefähr 4,8 Milliarden Euro für Haustiere aus – 2008 waren es noch 3,3 Milliarden. Im europäischen Ländervergleich belegt Deutschland damit Platz zwei, nur Tierhalter in Großbritannien investieren noch mehr. Der Markt boomt: Immerhin wollen 38,8 Millionen Heimtiere in deutschen Haushalten versorgt werden. Wurde vor Jahren hauptsächlich noch für besonderes Tierfutter geworben, geht es heute darüber hinaus. So liegen heute vor allem ausgefallene Halsbänder, individuelle Schlafkissen, Regenmäntelchen, spezielle Ernährung und zahlreiche Dienstleistungen im Trend.

Ins Schwimmen kommen: Haustiere im Wasser

Keine Spur von Angsthase: Mithilfe
von Hundetrainerin Nina Schroller fühlt
sich der 9-jährige Hastings inzwischen
pudelwohl im Wasser.

Krankenschwester Elke Driessen entwickelte aus ihrer persönlichen Situation eine clevere Geschäftsidee. Als Besitzerin mehrerer Hunde musste sie regelmäßig mit den Tieren zur Physiotherapie, denn mit dem Alter kamen die Beschwerden – das gilt eben nicht nur für den Menschen. Da die Anfahrt nach Düsseldorf auf Dauer zu weit war für die Oberhausenerin, kam sie auf den Gedanken, eine Hundephysiotherapie vor Ort zu eröffnen. Anfang 2008 fand sie in einem ehemaligen Versicherungsbüro mit Lagerhalle den richtigen Ort: Ausgestattet mit einem Massage- und Ruheraum sowie einem 7,50 Meter langen und 1,20 Meter tiefen Indoor-Pool ging Aqua Dog an den Start – zugeschnitten auf die Bedürfnisse von kranken, alten und dickleibigen Hunden. Eine Ausbildung zur staatlich geprüften Hundephysiotherapeutin machte den neuen beruflichen Weg möglich.

Ganzjährig und wetterunabhängig trainieren Driessen und ihre zwei Mitarbeiterinnen, ebenfalls erfahrene Therapeutinnen, Hunde mithilfe der unterstützenden Wirkung von Wasser. „Im 30 Grad warmen Becken können sich die Vierbeiner schmerzfrei bewegen und bauen ihre Muskeln auf, ohne die Gelenke zu belasten. Das ist besonders nach einer Operation oder auch bei Tieren mit chronischen Schmerzen hilfreich, die durch das regelmäßige Schwimmen mobil bleiben.“

Immer mehr Menschen wollen für ihre Haustiere Gutes tun

Bei Hunden, die zum ersten Mal zu ihr kommen, bildet eine genaue Anamnese die Grundlage für einen Therapieplan. Dann heißt es ab ins Wasser – natürlich unter Aufsicht und mit Schwimmweste. Viele Hunde haben anfangs noch Angst, das bedarf viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Aber wenn der Einstieg ins warme Nass geschafft ist, klappt es ganz gut. Bei schwerer erkrankten Tieren müssen auch mal die Beine bewegt werden, da sie sich sonst nur treiben lassen würden. „Neben der speziellen Wassertherapie bieten wir auch Massagen und Elektrotherapie an – eben alles, um den Heilungsprozess des Hundes anzukurbeln“, ergänzt Tochter Patricia, die regelmäßig am Wochenende aushilft. Inzwischen kommen bis zu 100 Hunde pro Woche, anfangs waren es noch fünf bis zehn.„Die Entwicklung zeigt eindeutig: Immer mehr Menschen wollen ihren Tieren Gutes tun und sind auch bereit, Geld zu investieren“, konstatiert Elke Driessen. So auch Oberhausenerin Sandra Rhein, seit mehr als fünf Jahren Kundin bei Aqua Dog und seit zwei Jahren jede Woche dabei: Ihr 9-jähriger Rüde Hastings leidet von Geburt an einer mittelschweren Hüftdisplasie, eine Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne. Das regelmäßige Schwimmen baut seine Muskeln auf und erleichtert das Gehen – und er hat sichtlich Spaß daran. Sandra Rhein nimmt Zeit und finanziellen Aufwand gern in Kauf: „Keine Frage, die Kosten, die wir bislang in unsere beiden Hunde investiert haben, belaufen sich auf einen Kleinwagen. Aber für meinen Mann und mich sind sie vollwertige Familienmitglieder und wir sind füreinander da, in guten wie in schlechten Zeiten“, betont sie. „Und diese Entwicklung beobachten wir nicht nur in unserem Bekanntenkreis, sondern auch im weiteren Umfeld. Versuchten Sie mal in den 1990er Jahren eine Hundeschule zu finden. Fehlanzeige! Heute ist die Auswahl sehr groß.“

Spielerisch zu „Sitz“ und „Platz“

Ob Hochlaufsteg, Slalom oder Sprungring: Dank des Trainings mit Frauchen Pepita Decker ist der Parcours kein Problem für den 3-jährigen Chip

Eine davon gehört Pepita Decker: Vor zwanzig Jahren folgte sie ihrem Herzenswunsch und gründete die Hundeschule Tralla Fitti in Mülheim an der Ruhr. „Durch meine Familie – mein Großvater war Zoodirektor in Duisburg – bin ich schon von klein an mit Tieren in Berührung gekommen. Dennoch arbeitete ich zunächst viele Jahre als Augenoptikerin. Das hat mir zwar auch Spaß gemacht, aber ganz ehrlich: Die Vorstellung von einer eigenen Hundeschule ließ mich einfach nicht los. Außerdem missfielen mir die forschen Umgangsformen und Trainingsmethoden bei den wenigen Hundeschulen, die es gab. Ich wollte es anders machen“, erinnert sie sich. Schließlich machte sie den Hundetrainerschein, absolvierte Praktika beim Kynologen Günther Bloch, untersuchte verwilderte Haushunde in Italien – sogenannte „Pizza-Hunde“ –und studierte Tierpsychologie mit Schwerpunkt Hund in der Schweiz. Wenn schon, denn schon – so ihr Motto. Mit so viel theoretischer und praktischer Erfahrung klappte der Einstieg in die Selbstständigkeit von Beginn an gut.

Inzwischen hat sie vier Mitarbeiterinnen, die alle ihren eigenen Tätigkeitsschwerpunkt haben. Die Hund-Mensch-Teams werden entweder einzeln oder in einer Gruppe mit bis zu 5 Teilnehmern trainiert. „Die Hundebesitzer lernen bei uns, wie sie ihrem Hund vermitteln können, was sie wollen. Sich gegenseitig verstehen lernen, sozusagen. Dafür verwenden wir unterschiedliche Herangehensweisen: Lernen durch Erfolg, Klicker-Training – und vor allem positive Bestätigung.“

Sport für Hunde: Mantrailing und Agility

Außerdem vermittelt Tralla Fitti eine Fülle an Freizeitbeschäftigungen mit dem Vierbeiner. Beim Mantrailing lernen Hunde, Menschen aufzuspüren, und beim Hundesport Agility überwinden sie einen Hindernisparcours. Darüber hinaus werden auch Hausbesuche, Gassigehen in der Gruppe und Welpenkurse angeboten. Bei schlechtem Wetter wird im Seminarraum Nasenarbeit trainiert. Dabei lernen die Hunde, wie sie Objekte aufspüren und bei Entdecken anzeigen.

„Wir besuchen regelmäßig Fortbildungen, damit unser Training immer auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft basiert. Nur so werden wir unserem eigenen Anspruch gerecht: Professionell, qualifiziert, artgerecht und mit ganz viel Herz. Ich führe auch selbst Seminare durch, denn für mich gehören Theorie und Praxis ganz eng zusammen“, erklärt die engagierte Trainerin, selbst Besitzerin eines Kurzhaar-Bor-der-Collies. Viele Hund-Mensch-Teams, die bei uns trainieren, kenne ich schon sehr lange, denn die meisten kommen direkt mit ihren Welpen zu uns und nehmen an den Welpenkursen teil. Sie wollen von Anfang an alles richtig machen und ihren Hund verstehen können, damit er sich wohlfühlt. Man merkt ganz deutlich: Hunde sind in unserer Gesellschaft willkommen.“ Inzwischen ist sie auch als staatlich vereidigte Gutachterin vor Gericht tätig und führt Verhaltens-prüfungen zur Befreiung vom Anlein- und Maulkorbzwang für Hunde bestimmter Rassen durch. Außerdem berät sie künftige Hundebesitzer vor dem Kauf über die unterschiedlichen Bedürfnisse der Rassen und empfiehlt, welche zu den individuellen Umständen passen. Und welche Rasse liegt besonders im Trend? „Eindeutig die französische Bulldogge und Möpse aus gesunder Zucht – also die ohne Atemprobleme.“

Ein Hund kommt selten allein

Spielwiese und Tagesstätte in einem: Während Frauchen und Herrchen arbeiten müssen, übernehmen Marko Bodem und seine Mitarbeiterinnen die Betreuung der Vierbeiner.

Das kann Marko Bodem nur bestätigen. Und er muss es wissen – tummeln sich doch täglich 30 Hunde in seiner Mülheimer PfotenVilla: Eine Hundetagesstätte – kurz Huta –, in der er und sein 6-köpfiges Team auf insgesamt 2.000 Quadratmetern Hunde betreuen. Eine tolle Möglichkeit für seine Kunden, in Vollzeit berufstätig UND Hundebesitzer zu sein. Oder unbesorgt in den Urlaub zu fahren. „Wir sind im Grunde nichts anderes als eine Kita, nur ohne Kinder: Wir kümmern uns um die vierbeinigen Schätze von Montag bis Freitag von 7 Uhr bis 19 bzw. 18 Uhr“, erklärt Bodem.

Alle seine Mitarbeiter sind hundeerfahren, verfügen über den großen Sachkundenachweis über Hundehaltung und bilden sich regelmäßig weiter. „Das ist auch wichtig, denn bei uns gibt es keine Zwingerhaltung, die Haustiere können sich auf den zwei großen Grünflächen immer frei bewegen – und wir sind mittendrin.“ Außerdem gibt es zwei Ruheräume mit ausreichend Schlafmöglichkeiten, die vor allem von älteren Hunden genutzt werden. Vor Ort sind immer mindestens zwei Mitarbeiterinnen, die die Räume sauber halten, Streicheleinheiten verteilen und für Ordnung sorgen. Gefüttert wird allerdings nicht, das ist aus logistischen Gründen nicht möglich. Mit anderen Worten: Während Lucca nur Huhn verträgt, bevorzugt Sam Rind und Pippa wiederum bekommt nur Bio-Futter, schmunzelt der Inhaber.

Manchmal stimmt die Chemie zwischen einfach nicht

Um Revierkämpfe und Unruhen zu vermeiden, ist ein Probetag für Neulinge verbindlich. Nur so können die geschulten Betreuer feststellen, ob er ins Rudel passt. Und manchmal – so wie bei Menschen eben auch – stimmt die Chemie einfach nicht. „Dann müssen wir die Betreuung leider ablehnen, damit die Harmonie in der Gruppe nicht gestört wird. Aber in den allermeisten Fällen passt es.“ Wenn ein Kunde für längere Zeit verreisen will oder muss, kann er auch einen der fünf Pensionsplätze in Anspruch nehmen. Dann bleibt Bello kurzerhand über Nacht bei Familie Bodem. Der gelernte Einzelhandelskaufmann und ehemalige Filialleiter, seit jeher Hundebesitzer, träumte schon lange davon, sich selbst-ständig zu machen – es sollte irgendwas mit Hunden sein. Mit der Eröffnung der PfotenVilla im Mai 2013 ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Und es könnte nicht besser laufen: Hundebesitzer kommen über Mülheims Grenzen hinaus, inzwischen muss der Chef auf eine Warteliste verweisen. „Viele unserer Kunden wollen trotz Berufstätigkeit ein Haustier halten. Und nur, weil sie ihren Hund tagsüber abgeben, heißt das ja nicht, dass sie sich nicht um ihn kümmern. Im Gegenteil: Anstatt ihn allein zu lassen, geben sie ihm die Möglichkeit, den Tag in artgerechter Gesellschaft zu verbringen.“

Haustier-Experte für Zucht und Ordnung

Stolz präsentiert Sascha Immig ein
Bartagamen-Pärchen: Die drachenartigen
Kriechtiere entstammen wie der Großteil
seiner Reptilien aus eigener Zucht.

In Oberhausener-Sterkrade betreibt Sascha Immig mit seinem Amazonas Zoo ein kleines Haustierparadies. Immer wieder kommen Schulkinder vorbei, um nach den neuen Kaninchen, Hamstern und Meerschweinchen zu schauen. Ganz beliebt sind auch die Baby-Schildkröten und Bartagamen – die sogar aus eigener Aufzucht und Sascha Immigs ganzer Stolz sind. Er verkauft nämlich nicht nur das komplette Heimtier-programm mit Futter, Zubehör und Accessoires sowie Kleinnager und Vögel, die er vom Großhändler oder von privaten Züchtern bekommt. Sondern auch Reptilien – und einen Großteil züchtet er selbst. Im hinteren Teil des Ladenlokals betritt der Kunde eine grün leuchtende Welt, in der Eidechsen, Schlangen, Bartagamen, Schildkröten und Fische bestaunt werden können: „Wie im Amazonas eben. Mein Herz schlägt einfach für Reptilien – hier im Laden habe ich zwei eigene Aquarien und zu Hause halte ich noch Schlangen.“

Die Konkurrenz durch den Online-Handel ist groß

Trotz der Konkurrenz durch große Ketten und den Online-Handel hält sich das Zoogeschäft seit 1975 am Markt. Das ist  keine Selbstverständlichkeit in der Branche. „Die Arbeit ist ein Fulltime-Job, der mit Ladenschluss nicht getan ist. Denn die Haustiere haben auch sonntags Hunger, und die Aquarien und Terrarien müssen gereinigt werden“, erklärt Immig. E ist hat 2003 als Verkäufer in dem Fachgeschäft angefangen und ist seit 2010 der Inhaber ist. „Aber ich bin mit viel Herzblut bei der Sache, sonst könnte ich das so nicht machen. Allein die Aufzucht macht mir unglaublich viel Spaß.“ Und ein Blick auf die handtellergroßen Schildkröten entschädigt für alles. Da das Tier zu den bedrohten Arten gehört, muss er alle paar Wochen Fotos machen und so die Entwicklung dokumentieren. „Damit ich nach-weisen kann, dass sie aus eigener Zucht stammen und nicht illegal importiert wurden. Der Bauch einer Schildkröte ist wie der Fingerabdruck des Menschen und macht sie eindeutig identifizierbar“, erklärt der Fachmann.

Manchen Kunden rät er auch vom Kauf eines Haustieres ab, wenn er im Gespräch das Gefühl hat, dass die Unterbringung nicht zu den tierischen Bedürfnissen passt. „Aber das ist zum Glück die Ausnahme, ebenso der Internetverkauf von Lebendtieren. Das finde ich wirklich unethisch und passt nicht in die heutige Vorstellung vom Miteinander mit Haustieren. Denn ich habe das Gefühl, dass das Haustier einen hohen Stellenwert in der Lebensplanung eingenommen hat und Tierhalter auch hohe Kosten nicht scheuen. Für einige ist es ein guter Zuhörer, Freund fürs Leben oder sogar Kinderersatz – zumindest mehr als ein Hobby.“

Tierliebe geht durch den Magen

Iris Dimitrijevic in ihrem FarmEins-Shop mit einer großen Auswahl an eigens kreierten Produkten für Hunde und Katzen. Stets dabei: ihr 1-jähriger Königspudel Escobar

Wie gut Haustiere und Unternehmertum zusammenpassen, wird bei FarmEins in Essen deutlich. Gründerin und Medienfachfrau Iris Dimitrijevic war lange Zeit mit einer Werbeagentur selbstständig. 2012 brauchte sie eine berufliche Veränderung mit mehr Raum zur individuellen Entfaltung und Kreativität. Eine Zoofachhandelskette brachte die Wende – und legte ungeahnt den Grundstein für ihr Geschäftsmodell. „Ich sollte in ihrem Auftrag eine neue Unternehmensstrategie mit Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Daraus entstanden ist ein Gesamtkonzept für artgerechte, natürliche Nahrung für Hunde und Katzen. Kombiniert mit einer Idee für die gestalterische Umsetzung und Präsentation als Shop-in-Shop im Markt, mit Koch-Events und Beratungsleistungen. Das Konzept wurde ein voller Erfolg – noch im selben Jahr gewann die Kette den ersten Einzelhandelspreis dafür“, freut sich Iris Dimitrijevic.

Die emsige Geschäftsfrau und Hundenärrin fing Feuer für ihr eigenes Konzept, in das sie sich schon so tief eingearbeitet hatte. Sie entwickelte immer weitere Produkte und Ideen, so dass FarmEins eine logische Konsequenz war. In einer alten Scheune in Essen-Steele fand sie schließlich ihr Traumobjekt, die sie renovieren ließ und Shop und Kreativschmiede integrierte. Hier tüftelt das Team aus 16 Zwei- und 10 Vierbeinern an neuen innovativen Eigenmarken für den Tierfuttermittelsektor, die dann vor Ort verkauft werden. Hier findet sich alles, was das Herz von Hund und Katze begehrt: hauptsächlich gesunde Nahrung, Snacks, Trocken- und Nassfutter sowie BARF – eine Ernährungsmethode für rohfleischfressende Haustiere.

Der Markt für Haustiere ändert sich

Darüber hinaus einige Nahrungsergänzungsmittel, Zubehör und Pflegeprodukte. Ein großer Anteil der Produkte läuft mittlerweile unter der Eigenmarke FarmEins, die es inzwischen auch in die Regale von anderen Fachhandelsketten geschafft haben. Für die Eigenmarkensparte einer großen Drogeriemarktkette wurde von FarmEins eine Produktlinie geschaffen –erkennbar an dem Hauptsitz des Unternehmens, der Farm, auf dem Etikett. „Die hatten sich tatsächlich auf mich und meine unkonventionellen Ideen eingelassen. Und das hieß für mich, dass sich der Markt langsam ändert. Umsatz und Ertrag macht man mit schnell-drehenden Impulsartikeln, wie Snacks und bodenständigen Produkten, bei denen Funktion und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen“, betont Dimitrijevic, für die Spaß und Engagement Hand in Hand gehen. Bei ihr gibt es keine 40-Stunden-Woche, dafür hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, seine Zeit nach individuellen Lebensumständen anzupassen.

Der persönliche Kontakt ist sehr wichtig

Ein aufrichtiges Interesse am Gegenüber ist die Basis für ihr Handeln: Was braucht der Halter für seine Haustiere? Wie kann er unterstützt werden? Daher ist der persönliche Kontakt zu Kunden unerlässlich, nur so können authentische Produkte kreiert werden. Egal ob durch individuelle Beratung, Seminare oder Workshops rund um die Themen Vitalität, Fitness und Ernährung. Der Laden ist das Herzstück, in dem das Team Gespräche mit Tierhaltern führt und somit erfährt, was auf den Hundewiesen, bei Tierärzten und in der Community ggf. der nächste Trend sein wird. Darüber hinaus finden auch Beratungsseminare für den Tier- und Zoofachhandel statt.

Die Unternehmerin hat Kunden, die sehr viel Geld ausgeben und einmal wöchentlich für 100 Euro nur Snacks einkaufen. Dann gibt es welche, die kaufen nur ein oder zwei Teile; andere wiederum geben mehr Geld für das Haustier aus als für sich selbst. Für Iris Dimitrijevic ist die Veränderung in der Gesellschaft offensichtlich: „Als ich klein war, gab es nur Rassetiere wie Schäferhunde, Pudel und Cocker Spaniel. Gelegentlich sah man eine Familie mit Hund. Heute hingegen gehören sie zu 38 Prozent der deutschen Haushalte. Klar gibt es noch populäre Rassen und Trends, aber was ich besonders toll finde: Tierheimtiere haben die Führung übernommen.“