„Ich wage gern etwas Neues“ – das ist das Lebensmotto von Alexandra Haske-Diekstall, Inhaberin von Miss Alexis. Damit sie flexibler bei der Kinderbetreuung sein kann, kam ihr der Gedanke, sich selbstständig zu machen und Ende September 2019 eröffnete sie einen Stoffladen. Das Besondere: Sie arbeitet nur mit Biostoffen. „Kurz vor der Geburt meines Sohnes kaufte mir meine Mutter eine Nähmaschine vom Discounter und ich versuchte mich an dieser. Seitdem arbeite ich gerne mit Stoffen – nicht nur beruflich, sondern auch in meiner Freizeit.“, erklärt Haske-Diekstall. Bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, arbeitete sie als Krankenschwester, was sich allerdings mit sechs Kindern schwierig gestaltete.

Aus eins mach zwei

Gemeinsam mit Sabrina Bracke, Inhaberin von Style4kidz Essen, hat sie sich 2019 in Essen Rüttenscheid getraut den Weg in die Selbstständigkeit aufzunehmen. Kennengelernt haben sich die beiden während Alexandra Haske-Diekstalls letzter Schwangerschaft. „Ich war auf der Suche nach Umstandsmode und wurde auf das Geschäft „Style4kidz“ aufmerksam. Wir verstanden uns auf Anhieb“, erzählt sie. Seit Dezember 2020 findet man sie nun auf der gegenüberliegenden Straßenseite: „Mein eigenes Ladenlokal ist ein weiterer Schritt der Selbstständigkeit und ich freue mich auf die neue Herausforderung“, so Haske-Diekstall.

Ihre Verbindung zum Standort Rüttenscheid? Sie mag den Stadtteil wegen des Charmes der vielen Altbauten. „Jeder Tag hier ist anders: Ich mag es, dass viel los ist und hier im Stadtteil viele Menschen arbeiten, leben oder ihre Freizeit verbringen.“

Bei missalexis findet man nur Bio

Eigens hergestellte Kissen, die nur aus Bio-Stoffen genäht worden sind. Foto: missalexis

Eigens hergestellte Kissen, die nur aus Bio-Stoffen genäht worden sind. Foto: missalexis

Gleich zu Beginn entschied sie sich dafür, nur mit Biostoffen zu nähen und diese zu verkaufen. Für die Produktion der Stoffe werden die Arbeiter fair behandelt und gut bezahlt. Zudem enthält der Stoff weniger schädliche Stoffe wie Pestizide oder Entlaubungsmittel. „Biostoffe haben weniger toxische und andere problematische Zusätze, wodurch das Risiko allergischer Hautreaktionen sinkt. Ich achte sehr auf Qualität statt Quantität.“ Da Biostoffe nicht in Masse zu erhalten sind, beschränkt sie sich auf ein kleines, aber feines Sortiment.

Der Trend der Branche? Für Haske-Diekstall ganz klar: „Die Nachhaltigkeit, z. B. durch Upcycling von getragener Kleidung, ist zurzeit besonders im Trend.“ Ganz nach dem Motto: Aus alt macht neu. Zudem werden gerne Lunchbags für die Kunden oder von den Kursteilnehmern selbst erstellt. Lunchbags sind wiederverwendbare Tüten für Brot, Obst oder Gemüse.

Online lohnt sich

Zusätzlich betreibt sie noch einen Online-Shop. „Die Umsätze im Online-Verkauf sind allerdings höher als im stationären Handel“ berichtet die Inhaberin. Außerdem finden sich noch Nähkurse für verschiedene Anlässe, wie z. B. Junggesellenabschiede und Kindergeburtstage in ihrem Angebot. Im „Miss Alexis“-Ladenlokal finden zudem Eltern-Kind-, Kinder- und Erwachsenennähkurse statt. Im Kindernähkurs machen die Kinder anfangs einen Nähführerschein, indem sie Linien auf Papier nähen. So bekommen sie das richtige Gefühl für die Maschine. Alexandra Haske-Diekstall erklärt dies immer gern an einem Pferdebeispiel: „Wenn man Reiten will, muss man auch erst wissen wie das Pferd funktioniert. So ist das auch beim Nähen. Die Kinder müssen die Maschine erstmal kennenlernen, bevor sie loslegen.“ Danach können sie eigenständig Taschen, T-Shirts, Pullis etc. nähen. Hierfür sollte bestenfalls das Schulalter erreicht sein. Das vielfältige Angebot lockt Kursteilnehmer von jung bis alt an und ihre Kunden kommen von überall her, selbst aus Düsseldorf.

Corona stellte auch missalexis vor großen Herausforderung

Die Corona-Pandemie brachte auch für Alexandra Haske-Diekstall neue Herausforderungen: „Während einer kurzen Ladenschließung, wurde schnell klar, dass ich auch meine Kurse nicht durchführen konnte. Diese finden allerdings seit Ende der Sommerferien, unter Berücksichtigung besonderer Hygiene-Maßnahmen, wieder statt. Bei meinen Kunden waren in der Zeit nach der Wiedereröffnung besonders Masken gefragt. Aber auch Stoffe und Zubehör wie Gummibänder wurden häufig gekauft, da viele von ihnen die Masken auch selbst nähen wollten.“

Missalexis im Ehrenamt

Neben ihrer Selbstständigkeit engagiert sie sich ehrenamtlich: „Ich nähe mit zugeschickten Spenderstoffen kleine Deckchen für die Organisation „Sternchen.“ Die Organisation stellt den Spenderstoff für ehrenamtliche Näher/-innen zur Verfügung, die die aus ihm kleine Bekleidung oder kleine Decken für Eltern von Frühchen und „Sternenkinder“ nähen. Schlussendlich leitet Sie die Einschlagdecken an das Alfried Krupp Krankenhaus in Rüttenscheid und an das AGAPLESION BETHESDA KRANKENHAUS WUPPERTAL weiter, die diese anonym an die Eltern geben. Auf die Frage wie Alexandra Haske-Diekstall sich ihre Zukunft vorstellt, hat sie eine klare Antwort: „Zukünftig möchte ich noch mit Sanitätshäusern oder Behinderteneinrichtungen zusammenarbeiten und für diese z. B. Taschen nähen, die an einem Rollstuhl befestigt werden können. Ich liebe es, mich mit meinem Hauptberuf auch ehrenamtlich engagieren zu können.“

https://www.miss-alexis.de/

                                                                     Laura Ollesch & Josephine Stachelhaus