Der Spaß am Sport wächst!

Mittwochs, 18 Uhr, am Rhein-Herne-Kanal. In der Nähe von Schloss Oberhausen trifft sich eine bunte, gut gelaunte Gruppe zum Outdoor-Sport-Training. Trainer Willi Wülbeck erläutert die Übungen, seine Schützlinge geben anschließend ihr Bestes. Muntere Sprüche machen die Runde. Bald fließen die ersten Schweißperlen bei dem Sport. Trotzdem hat jeder Spaß. So wie hier geht es vielerorts zu.

Angebote werden häufiger genutzt

Immer mehr Menschen nutzen die Kursangebote von Bildungseinrichtungen, Vereinen und privaten Trainern, um „etwas für ihre Gesundheit und ihre Zukunft zu tun“, so Wülbeck, der 800-Meter-Weltmeister von 1983 und unverändert einer der populärsten Sportler des Ruhrgebiets. Ein Trend, der sich auch in Fitnessstudios und Gesundheitsanlagen zeigt. Im letzten Jahr gehörten 11,09 Millionen Frauen und Männer einem solchen Club an, so viele wie nie zuvor. Dies besagt eine Studie, die vom Beratungsunternehmen Deloitte, dem Arbeitgeberverband deutscher Fitnessanlagen und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement veröffentlicht wurde.

In der Gruppe läuft’s sich besser: Lauf-Ikone Willi Wülbeck mit Sportbegeisterten beim Outdoor-Training.

Zudem signalisieren darin 85 Prozent aller Betreiber, weiter investieren zu wollen. Vor allem in Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, aber auch in die Eröffnung neuer Studios und in Übernahmen. Parallel dazu boomt der Markt für Sportkleidung und -geräte. Erstaunt reagieren wir auf die Summen, die im Profisport durch Fernsehrechte, Merchandising, Spielergehälter und -transfers bewegt werden. Sport hat also viele Facetten: Er steigert die Lebensqualität, fungiert als gesellschaftliche Klammer und ist nicht zuletzt ein milliardenschwerer Wirtschaftsfaktor.

„Die Menschen wollen gesund älter werden“

Zurück zum Kanal und zu Willi Wülbeck, der sich nach seiner aktiven Zeit als Veranstalter des Ratinger Silvesterlaufs, des Zehnkampf-Meetings und vielen anderen Sportevents einen Namen gemacht hat. Heute arbeitet die Lauf-Ikone als Fitnesstrainer und organisiert für einen Essener Energiekonzern Schulstaffelläufe. „Die Leute werden aktiver, haben erkannt, wie wichtig regelmäßige Bewegung auch für die psychische Hygiene ist. Der Gruppeneffekt und die Befriedigung, etwas für sich getan zu haben, sind manchmal wirkungsvoller als Medikamente“, konstatiert der Oberhausener. Um gleich anzufügen, dass es immer noch viel zu wenig seien. Ähnlich beurteilt Manfred Gregorius, der Präsident des Stadtsportbundes Oberhausen, die Lage: „Die Menschen wollen gesund älter werden und nehmen deshalb die Kursangebote unserer Vereine verstärkt an“, freut er sich. Allerdings bereitet ihm eine Zielgruppe Sorgen: die Jugendlichen. Gregorius: „Bis zum elften oder zwölften Lebensjahr sind viele gern dabei. Mit Beginn der Pubertät wird es schwieriger, sie für den Sport im Verein zu begeistern.“

Teamsport und Stammkunden geben Rückhalt

Wer Sport treibt, benötigt eine entsprechende Ausstattung und will dabei noch gut aussehen. Hier beginnt der Part von Reinhard Behnert, der in seinem Oberhausener Sportgeschäft fast alles bietet, was Hobbysportler und Profis so brauchen. Ob Trekkingkleidung oder stylische Bademode, ausgeklügelte Fitnessgeräte oder Trainingsjacken, spezielle Hanteln oder Laufschuhe, vor deren Verkauf eine Video-Laufanalyse des Kunden zum Standardprogramm gehört – die Vielfalt ist enorm.

Reinhard Behnerts Fachgeschäft bietet alles, was das Sportlerherz höher schlagen lässt.

Neben einem breiten Angebot spielen Beratungskompetenz und ein umfassender Service eine wichtige Rolle. „Das ist unser Plus im Wettbewerb. Und die Fähigkeit, Trends frühzeitig zu erkennen“, betont Behnert. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass die Zeiten für innerstädtische Sportfachgeschäfte nicht leichter geworden sind. Online-Handel, Kaufhäuser und die Sportdiscounter auf der grünen Wiese erhöhen den Konkurrenzdruck. Auch der Standort an der Marktstraße gilt nicht als allerbeste Lage. „Die Kaufkraft hat in der Innenstadt und Umgebung abgenommen. Zum Glück haben wir viele Stammkunden“, diagnostiziert der Geschäftsmann trocken.

Nicht nur das Sortiment spielt eine Rolle

Zudem sei das Parken in der City schwierig – und jetzt auch noch teurer geworden. Gleichwohl gebe es auch hoffnungsvolle Zeichen: „Viele Menschen überwinden jetzt endlich den inneren Schweinehund und spüren den Drang, etwas für sich zu tun. Davon profitieren wir natürlich“. Großen Wert legt er auf den intensiven Kontakt zu den Vereinen der Umgebung, mit denen er gut vernetzt ist. Trikots, Bälle, Geräte – der Fachhändler besorgt für sie die jeweiligen Muster und erledigt die Bestellungen. „Wir haben den Teamsport früh forciert. Das stärkt heute unsere Position“, zieht Reinhard Behnert eine Bilanz, die unterm Strich positiv ausfällt.

Vereine und Spieler brauchen seriöse Beratung

Gefühlt hat Bundestrainer Jogi Löw während einer Fußball-WM etwa 40 Millionen Kollegen. Scheitert die Nationalelf so kläglich wie 2018 in Russland, nimmt ihre Zahl naturgemäß ab. Trotzdem
bleibt Fußball ein Phänomen. Er fasziniert die Massen quer durch alle Bevölkerungsschichten, liefert Gesprächsstoff, schafft Identifikation, schreibt unglaubliche Geschichten und ist dabei ein Geschäft, in dem es um zig Milliarden geht. Wobei viel Geld nicht nur in den internationalen Top-Ligen fließt, sondern auch in den Spielklassen darunter. Vereinschefs, Investoren, Talentscouts, Sponsoren, Spielerberater und nicht zuletzt die Kicker selbst drehen ein großes finanzielles Rad.

Großes Potenzial als Berater in der Sportbranche

Manche Player, ob im Vorstand der Clubs oder im Umfeld der Spieler, benötigen dabei eine seriöse Beratung. Genau dies ist das Geschäftsmodell von Dr. Kraft + Wagner Sportmanagement im Mülheimer Haus der Wirtschaft. Dr. Thomas Kraft und Kompagnon Frank Wagner, beide sind studierte Ökonomen und arbeiten erfolgreich als selbstständige Personalberater, sehen hier ein enormes Potenzial. „Vereine müssen geführt werden wie ein großes Unternehmen“, erläutert Thomas Kraft, der auch international gut vernetzt ist.

Headhunter, Spielerberater und Experten im Sportbusiness in einem: Personalberater und Geschäftspartner Frank Wagner (l.) und Dr. Thomas Kraft

Für Frank Wagner, vom DFB lizenzierter Spielervermittler und ehemaliger Fußballer, spielt auch die Motivation eine große Rolle: „Wir hatten Lust, unser Hobby professionell zu betreiben. Und das im Herzen des Ruhrgebiets. Unsere guten Kontakte zu vielen Erst- und Zweitligisten sowie renommierten Konzern- und Mittelstandsunternehmen helfen uns dabei sehr.“ Ob es nicht Irrsinn sei, Spieler für dreistellige Millionenbeträge zu verpflichten oder 14-jährige Jungen für viel Geld an einen Verein zu binden, wollen wir wissen. „Irgendwann wird diese Blase platzen“, glaubt Kraft. „Schon jetzt wird die Distanz zwischen den Spielern und den Fans immer größer. Wir suchen dabei den Mittelweg, der durch Vernunft und Kreativität geprägt ist.“

Intensive Betreuung bei Karrieren, die am Anfang stehen

Fußballern, die am Anfang ihrer Karriere stehen, helfen Kraft und Wagner bei der Gestaltung von Verträgen mit den Clubs und Sponsoren, betreuen deren Investments und begleiten sie auch nach Abschluss ihrer Karriere. Vereine wiederum können beispielsweise bei der passgenauen Besetzung ihrer Führungspositionen von der Fachkompetenz und dem Netzwerk des Duos profitieren, das bei Bedarf durch den ehemaligen Bundesligaprofi Michael Klauß (u.a. VfL Bochum) und Rechtsanwalt Volker Benno Stratmann verstärkt wird.

Bei den professionell betreuten Spielern sind einige Kicker mit Perspektive dabei, wie Benjamin Siegrist, der Schweizer Torwart und ehemalige U17-Weltmeister des traditionsreichen schottischen Zweitligisten Dundee United, der auf dem Sprung in die erste Liga ist. Oder Nico Buckmaier, den Mannschaftskapitän von Wattenscheid 09. Spannend ist das Business auf jeden Fall.

 

Amateurfußball live als Geschäftsmodell

Bleiben wir beim Fußball, der Millionen vor dem Bildschirm fesselt. Doch warum sollen nur Spiele der Profiligen übertragen werden? Diese Frage stellten sich vor einigen Jahren einige IT-versierte Fußballfans und gründeten das Start-up Soccerwatch.tv. An einem Standort mit Tradition, nämlich der Hafenstraße in Essen, Heimat von RWE. Seither ist es möglich, Spiele der unteren Amateurklassen und sogar aus dem Jugendbereich live im Internet zu verfolgen.

Das Geheimnis liegt in sechs bis sieben Metern Höhe

Das Prinzip: soccerwatch.tv installiert am Flutlichtmast in sechs bis sieben Metern Höhe eine 360-Grad-Kamera, die gegen Wetterkapriolen und Vandalismus geschützt ist und automatisch den Ball verfolgt. Tore, spektakuläre Szenen, gekonnte Spielzüge können vom User per App beliebig herangezoomt, wiederholt und versandt werden, Originalton inklusive. 3.600 Euro für drei Jahre kostet dieser Service die Vereine, die ihrerseits Werbung für Sponsoren schalten können. Ein Angebot, das Supermärkte und Fachhändler aus den jeweiligen

„soccerwatch.tv digitalisiert den Amateurfußball mit 360-Grad-Kameras, so wird er für jeden sichtbar“, erklärt Chefredakteur Marlon Irlbacher das Prinzip.

Stadtteilen verstärkt an – nehmen. „ETB SW Essen hat auf diese Weise schon 2.000 Euro an Einnahmen generiert“, stellt Marlon Irlbacher fest, der Chefredakteur von soccerwatch.tv. Gut 180 Vereine sind inzwischen  im Boot, 200 weitere haben Kameras vorbestellt. Auch in der Schweiz, in Österreich und Dänemark gibt es Interessenten.

Aus einer kleiner Idee werden bis Ende des Jahres 1.000 Kameras

„Mittlerweile lohnt es sich. Bis Ende des Jahres wollen wir 1.000 Kameras in Betrieb nehmen“, gibt Irlbacher das Ziel vor. Dabei habe alles aus einer Bierlaune heraus angefangen: „Einer unserer fußballverrückten Gründer war sauer, weil er aus beruflichen Gründen beim Spiel der Mannschaft seines Sohnes nicht dabei sein konnte. Das brachte ihn auf die Idee, dass man solche Spiele doch im Internet streamen könnte.“ Mittlerweile, so Irlbacher, habe soccerwatch.tv das Zeug zum Selbstläufer. Mit Hilfe von Analyse- und Coaching-Tools sei es möglich, Zweikampfverhalten,  Passquote und andere Parameter präzise zu ermitteln. Fast wie bei den Großen der Branche.

Längst kooperiert das Start-up mit dem DFB und verschiedenen Medienpartnern. Und wenn es auf dem Platz mal wüst hergeht, dient die Aufzeichnung der Polizei sogar als Beweismaterial. Viele Profis hätten ihren Heimatvereinen bereits soccerwatch.tv spendiert. Auch bei Sponsoren wachse das Interesse. Besonders freute sich Irlbacher aber über eine E-Mail aus Australien. Dort war ein Fan mitten in der Nacht aufgestanden, um das Kreisliga C-Spiel seines Vereines live zu verfolgen und hatte sich dafür bedankt. Wahre Liebe!

Wie zu Turnvater Jahns Zeiten, aber mit Prüfsiegel

Völlig unspektakulär verläuft dagegen der Arbeitsalltag von Thomas Kleinpaß in Mülheim, der mit seinen zehn Mitarbeitern für Wartung, Inspektion und Reparatur von städtischen Turn- und Sporthallen zuständig ist. Sprossenwände und Seilanlagen, Kästen und Böcke, Handballtore und Basketballkörbe – alles muss unter die Lupe genommen werden. 1.000 Punkte umfasst die Checkliste, eingeteilt in 24 Gerätegruppen, Hallenböden und -decken inklusive. Die Gemeindeunfallversicherung schreibt diese Prüfung vor. Und der TÜV, der einmal pro Jahr kommt, schaut genau hin. Kein Glamourfaktor wie im Profisport, dafür eine große Verantwortung.

Vorschriften sind keine Absicherung im Geschäft

Eine 1.000 Punkte umfassende Checkliste muss Thomas Kleinpaß durchgehen, bevor er eine städtische Turn- oder Sporthalle für ordnungsgemäß bewertet.

Im Umkreis von 100 Kilometern haben etliche Kommunen der Firma Kleinpaß ihre Hallen anvertraut. Das beruhigt, ist aber kein Blankoscheck für eine finanziell gesicherte Zukunft. „Wir müssen uns immer wieder an den Ausschreibungen beteiligen, was viel Zeit und Energie kostet. Auch die Tatsache, dass die Sachbearbeiter innerhalb der Stadtverwaltungen häufig wechseln, macht es nicht einfacher.“

Schlechter Zustand der Schulen

Ein weiteres Thema, das nicht nur Thomas Kleinpaß, sondern auch viele Schüler, Eltern und Lehrer beschäftigt, ist der schlechte bauliche Zustand der Schulen. „Entsprechend sehen auch die Sportstätten aus. Sie vergammeln. Statt gründlich zu sanieren, setzt man lieber auf Prestigeprojekte“, lautet sein Urteil. Gleiches gelte auch für die Ausstattung: „Die stammt oft noch aus der Zeit von Turnvater Jahn. Trendsportgeräte wie Slacklines oder ein modernes Action-Center fördern Kraft und Koordination und machen dabei Spaß. Leider fehlt den Städten in unserer Region dafür das Geld. Das Ruhrgebiet ist ein Armenhaus.“

Erstmal keine Veränderung

Bock, Kasten, Pferd und Kunststoffmatten werden also noch eine Weile bleiben. Haben sie einmal ausgedient, muss man sich um ihre Entsorgung nicht kümmern. Bei Künstlern und Designern sind die alten Teile, vor allem die mit dem von Schülergenerationen zerkratzten hellen Leder, stark gefragt. Sie werden zu Möbeln, Taschen und Kunstobjekten verarbeitet.

Kultigste Muckibude in NRW

Fitnessstudios gibt es in jeder Stadt. Rund um die Uhr geöffnet, mit unzähligen Geräten, Musik, Powergetränk an der Bar und einer gewollten Anonymität. Neue Maßstäbe wird dabei sicher „The Mirai“ setzen, das in Oberhausen geplante Fitness- und Gesundheitscenter der Superlative auf 21.000 qm.

Der Unterschied zu den normalen Fitnessstudios macht’s

Peter’s American Gym bietet das genaue Gegenteil. Betont puristisch geht es in dem Flachbau zu. Hier trainieren die klassischen „Eisenfresser“ ebenso wie die sogenannte Bikiniklasse. Frauen und Männer aller Altersklassen gehen an die Eisen, pumpen, was die Fasern hergeben. An den Wänden viele Urkunden und Fotos von sonnenbankgegrillten Muskelmännern, unter anderem von Arnold Schwarzenegger und Ralf Möller. Oft ist auch Gründer Peter Hülsender abgebildet, der das älteste Bodybuilding-Studio in NRW Mitte der 80er gegründet und es zur kultigsten Muckibude des Landes gemacht hat. Ein Übervater der Szene, der heute noch täglich im Gym seine Einheiten absolviert.

Markus Rosin leitet seit 2009 Peter’s American Gym, wo schon Ralf Möller und Arnold Schwarzenegger Gewichte stemmten.

Fitness wird für die Menschen immer wichtiger

Seit 2009 leitet Markus Rosin die Geschicke des Gym. Der studierte Betriebswirt war selbst Kraftsportler und führt die Muskel schmiede nach modernen Erkenntnissen. Fitness hat dabei einen größeren Stellenwert als früher. Besonders wichtig sind ihm aber die persönliche Betreuung und der soziale Faktor. Beide kommen in großen Studios oft zu kurz. „Wir sind ein weißer Fleck auf der Landkarte“, sagt der Mann mit der Figur eines Schwerathleten. „Kameradschaft und Unterstützung sind uns sehr wichtig. Wer Probleme mit den Übungen hat, wird rasch von den anderen an die Hand genommen und kriegt wertvolle Tipps.“

Den inneren Schweinehund überwinden

Welchen Rat er denn für Menschen habe, die etwas für ihren Körper tun wollen, aber nicht in die Gänge kommen, fragen wir. Rosin überlegt nicht lange: „Viele machen den Fehler, nach der Arbeit erst nach Hause zu fahren. Besser, man baut das Training in den Heimweg ein. Hinterher sind die Leute froh, was getan zu haben und den Abend genießen zu können.“

Innovation auf der Driving Range

Was eine Driving Range ist, dürfte sich auch unter Nicht-Golfern herumgesprochen haben. Bevor es auf die Platzrunde mit neun oder 18 Löchern geht, werden auf der Range Abschläge trainiert, immer wieder. Es gilt, Länge und Zielgenauigkeit, Körperhaltung und Schlagtechnik zu verbessern. Tausende Bälle landen so an jedem Tag auf der Übungswiese, die regelmäßig eingesammelt werden müssen. Technik und Automatisierung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Innovatives Ball-Ditch-System

Weit vorn in diesem Geschäftsfeld liegt die Mülheimer Firma GolfComfort mit ihrem Ball-Ditch-System. Ein Roboter nimmt dabei die Bälle auf, die anschließend gereinigt und per Druckluft zum Ballautomaten im Abschlagsbereich befördert werden. Das TeeUp-System platziert die Bälle sogar exakt auf den kleinen Stift (Tee), der beim Abschlag in den Boden gesteckt wird, damit der Ball etwas höher liegt. „Die Driving Range ist der erste Bezugspunkt beim Golf. Hier muss alles reibungslos funktionieren“, sagt GolfComfort-Manager André Michael, der in diesen Tagen ständig in Deutschland und der Schweiz auf Achse ist, wo sein Unternehmen 40 Prozent des Umsatzes macht.

Hochsaison in den Monaten von Februar bis Mai

Von Februar bis Mai herrscht Hochsaison bei den Mülheimern, weil die Golfclubs in dieser Zeit ihre Anlagen für die neue Saison rüsten. Driving Ranges kosten viel Geld, das mit Hilfe eines innovativen Range Managements erwirtschaftet werden kann. Besagtes TeeUp-System gehört ebenso dazu wie das bargeldlose Bezahlen. Anforderungen, denen Michael und sein Team seit nunmehr 15 Jahren gerecht werden. Zum Angebot von GolfComfort gehören unter anderem Abschlagsmatten und Zielgrüns, Kunstrasen und Golffahnen. Die anspruchsvolle Technik wird von der Schwesterfirma Wetec entwickelt und installiert, einem international tätigen Spezialisten für Steuerungssysteme.

Golfen ist modern geworden

Generell sieht André Michael eine Veränderung im Golfsport – weg von Nobelclubs, die es natürlich noch gibt, hin zum Sport für Jedermann.  „Etwa 750 Golfclubs gibt es in Deutschland. Viele verzichten auf die früher oft horrenden Aufnahmegebühren und erheben nur einen moderaten Jahres oder Monatsbeitrag. Und: Den Golfer in karierten Hosen gibt es nicht mehr, heute ist Jeder in den Clubs willkommen.“ Zudem haben viele Golfanlagen Nachholbedarf bei der Technik: „Da ist noch viel zu tun für uns.“ Auf die Idee, den Betrieb auf den Driving Ranges zu automatisieren, kamen die Firmengründer während eines Besuchs von koreanischen Geschäftsfreunden bei Wetec. „In Korea spielt jeder Golf. Deshalb lud man sie auf eine Runde ein“, erzählt André Michael. „Hinterher wunderten sich die Koreaner über den schwachen Service auf der Driving Range. Das war die Initialzündung.“